Der Stadtfeind Nr. 1, der bereits hier schon gewürdigt worden ist, feiert seine visuelle Wiederauferstehung anlässlich seines 20. Todestages am 5. Mai im Dokumentarfilm Das NEUSS Testament (Deutschland 2009, 72 min.) von Rüdiger Daniel, der noch mindestens diese Kinowoche um 17.30 Uhr in einer der wenigen Ausgehmöglichkeiten im Besoffenepöbeltouristenquartier von Ostberlin-Mitte, dem Kino Central, auf der Leinwand zu bewundern ist.
Regie: Rüdiger Daniel - Kamera: Jörg Jeshel, Claus Judeich - Schnitt: Vera Bogdahn - Dokumentarfilm - Mitwirkende: Wolfgang Neuss, Gisela Groenewold u.a. - D 2008 - 72 min.
Wolfgang Neuss (1923-1989) war "Der Mann mit der Pauke", Filmstar, Spielverderber, Bundesfilmpreisträger, Spaßvogel, Haschrebell. Am 5. Mai jährt sich sein Todestag zum zwanzigsten Mal.
Als junger Soldat schießt er sich den Zeigefinger der linken Hand ab. Er will raus aus dem Krieg und Clown werden, und er mausert sich zum populärsten Kabarettisten im Nachkriegs-Deutschland. In den 68ern verwandelt er sich zum Kommunisten, dann wandelt er sich zum meditierenden Haschrebellen, den heute im Internet 150.000 Einträge zitieren. Der Querkopf zieht uns in seinen Bann: Er erzählt, dichtet, singt und schreit über sich und über seine Wandlungen. Neuss spaltet die Nation und die Menschen, die ihm begegnen.
Am 2. Mai 1989, drei Tage vor seinem Tod, ruft Neuss den Filmemacher Rüdiger Daniel in seine Wohnung in die Lohmeyerstraße in Berlin-Charlottenburg. Er will sprechen und hinterlässt Daniel seinen finalen Monolog. Das vorliegende "Selbstporträt" basiert auf diesen zum Teil unveröffentlichten letzten Aufnahmen. Dazu gesellen sich Zeitzeugen, die das erste Mal vor der Kamera von ihrem Leben mit Wolfgang Neuss erzählen: seine Schwester Eva, seine Geliebte Gisela Groenewold und sein "Sympathisant" Richard von Weizsäcker. Außerdem erinnern sich sein Anwalt, sein Biograf und seine beiden Masseure an das "Ungeheuer von Loch Neuss", wie sich Neuss selbstironisch bezeichnete.
Natürlich gibt es wie schon bei Captain Berlin vs. Hitler ein schickes Programmheft im pdf-Format als Begleitlektüre.
Wer nicht die Möglichkeit hat, sich den Film in voller Länge anzuschauen, aber das Fernsehen des RBB empfangen kann, darf dann einen 45 minütigen Ausschnitt nicht verpassen, den der RBB am Montag, dem 4. Mai 2009 um 21.00 Uhr ausstrahlt:
Der Filmstar
wandelte sich später als 68er zum Kommunisten und danach zum
Haschrebellen. Im Film erzählt er seine Lebensgeschichte mit seinem
Video-Testament, das er drei Tage vor seinem Tode aufnehmen ließ.
Höhepunkte seines Lebens kommentieren seine Tochter Jette, seine Schwester Eva, sein Anwalt und Vertrauter
Kurt Groenewold sowie Richard von Weizsäcker, der zusammen mit Neuss in der SFB Talkshow „Leute” eine
Sternstunde des deutschen Fernsehens mitgestaltete.
Berlins
damaliger Regierender Bürgermeister traf in der Sendung auf den
„Stadtfeind Nr. 1”. Heute erinnert sich Weizsäcker: Er war sich mit
Neuss „vollkommen einig. Der war sehr gut”.
Zum Schluss und/oder Einstimmung sei noch der Eintrag zur Person aus dem Kleinen Westberlin-Lexikon (S. 195f.) zitiert:
NEUSS, WOLFGANG
Kabarettist, geboren 1923. Buhmann der Nation wurde er 1961, weil er in einer Zeitungsanzeige den Mörder des dreiteiligen Fernsehkrimis: »Das Halstuch« (BRD 1961/62) von Francis Durbridge verriet: »Der Borsche war’s.« Neuss hatte sich während des Zwei-ten Weltkriegs einen Finger abgeschossen, um dem Gemetzel zu entgehen. Er landete als Komiker bei der Truppenbetreuung. 1946 wurde er wegen Verächtlichmachung der britischen Besatzungs-macht zu einem halben Jahr Gefängnis verurteilt. Als »Mann mit der Pauke« bügelte er im West-Berlin des Kalten Krieges stets ge-gen den Strich, was ihm den Zorn der Einwohner-Mehrheit und den Respekt der New York Times einbrachte. Neuss startete im »Domizil« am Lützowplatz sein erfolgreiches politisches Solo-Kabarett (»Neuss Testament«, »Das jüngste Gerücht«, »Marxmenschen«, »Asyl im Domizil«). Er versuchte sich ebenso erfolgreich als Regisseur, Hauptdarsteller, Drehbuchautor und Produzent (»Wir Kellerkinder«, »Genosse Münchhausen«), gab ein Blatt namens »Neuss Deutschland« heraus und wurde reich. Das änderte sich, als er drogenabhängig wurde (»Auf deutschem Boden soll nie wieder ein Joint ausgehen«) und jegliche Tätigkeit einstellte. Zu Hausbesetzerzeiten erinnerte man sich an den genialen Sozialhilfeempfänger, der in den letzten Jahren einer zahnlosen Indianersquaw glich. Er wurde reaktiviert und trat u.a. in der Tempelhofer Ufa-Fabrik auf. An seine früheren Erfolge konnte er jedoch nicht wieder anknüpfen. Legendär bleibt Neuss’ Auftritt 1983 in einer ZDF-Talkshow mit Richard von Weizsäcker, der gerade für das Amt des Bundespräsidenten vorgeschlagen wurde. Die Talkmaster kapitulierten vor Neuss, der sie einfach verbal überfuhr und von Weizsäcker (den Neuss penetrant mit »Ritchie« anredete) letzten Endes selber interviewte. Am 5. Mai 1989 starb Wolfgang Neuss. Er wurde auf dem Zehlendorfer Waldfriedhof an der Seite seines Kabarett-Partners Wolfgang Müller beigesetzt.
Schade, dass Wolfgang Neuss nicht mehr den Fall der Mauer ein halbes Jahr später erlebt hat, er hätte seine helle Freude gehabt, wie seine Freundin Gisela Groenewold mutmaßt - spätestens zwei Jahrzehnte nach dem Mauerfall hätte er die bitter nötigen Lacher wieder auf seiner Seite gehabt, wetten? Logo!
Und vielleicht ist West-Berlin bereits am 5. Mai vor zwanzig Jahren schon mit "The Neuss" gestorben - und nicht am 9. November 1989 oder gar am 3. Oktober 1990, es wäre jedenfalls eine tröstlichere Vorstellung, auch wenn es außer ihm erst einmal niemand mitbekommen hätte, darum:
"Reimt Verse freche Lieder
schlagt die Pauke und krakeelt"
- Wolfgang Neuss
Sehr sympathische Aktion am Sonnabend, dem 2. Mai 2009 für schlappe 10 Piepen mit einem ebenso sympathischen Leitbild (, über das sich der konsens-konforme Tagesspiegel natürlich gerne in seinem diesbezüglichen Artikel ausschweigt), definitiv kein Mitte-Quatsch!!!
Und diese Bars nehmen teil:
"Ru(h)m & Ehre"
von Papua-Neuguinea bis Flensburgund von wilden Piraten bis zu
englischen Nationalheldenein kleiner Excours durch die Geschichte des Rums!
Es gibt ihn noch, den alten Westen. Der hohe Flirtfaktor lässt so manchen Gast gern öfter vorbeischauen. Eine ausgewählte Tapaskarte erwartet jeden Gast bis tief in die Nacht.
Hochwertige Drinks, erfahrenes und sympathisches Barpersonal sowie die exzellente kleine Tapaskarte machen diese Bar zu einer der besten und beliebtesten der Stadt.
Cocktailklassiker aus berühmten Filmen, wie "Sex and the City", "James Bond 007" und
"Big Lebowski".
Es werden zusätzlich Tanqueray Ten Kreationen kredenzt und für die musikalische Untermalung wird DJ SID Jazz,Soul und Funk Grooves bieten. Es darf auch getanzt werden.
Die Lehre der Fruchtigen Bitterkeit mit Creationen der Neuzeit. Ab 0.30 präsentieren die 3 Fabelhaften Heck-Meck-Girls Sophisticated Swing live.
The West will rise again.... *cheers!!!
Wir bitten alle Mitglieder, Eltern und Unterstützer des ECC Preussen Juniors sich spätestens um 17.30 Uhr vor der Deutschlandhalle einzufinden und so gemeinsam für den Erhalt der Deutschlandhalle Flagge zu zeigen.
Preussen geben niemals auf !
Doch der Reihe nach...
Zur West-Berliner Geschichte der Deutschlandhalle weiß Wikipedia zu berichten:
Bei einem Luftangriff im Januar 1943 wurde das Gebäude zerstört. Nach dem Kriegsende wurde es wieder aufgebaut und war von 1957 an als West-Berlins größte Konzerthalle Veranstaltungsort von Shows wie „Holiday on Ice“, „Menschen, Tiere, Sensationen“ und dem „British Tattoo“. Sie war Vorreiter bei Hallenfußballturnieren und immer wieder Boxarena für Muhammad Ali und andere Boxlegenden. 1995 war sie die Spielstätte des Basketball-Europapokalsiegs von Alba Berlin. Unter anderem The Rolling Stones, The Who, Johnny Cash, Queen und Jimi Hendrix haben hier gespielt, aber auch Herbert Grönemeyer und Gianna Nannini. David Bowie hatte in dem Film Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo einen Auftritt in der Deutschlandhalle.
1997 wurde die Halle abermals geschlossen, und der Berliner Senat plante zunächst, sie abreißen zu lassen, da die notwendige Sanierung zu teuer war. Die Halle wurde letztlich jedoch aufwendig renoviert und umgebaut und steht seit dem 15. August 2001 wieder für Großveranstaltungen zur Verfügung.
Mit einer Eisfläche von 30 × 60 Meter und 8764 Zuschauerplätzen verfügen die Berliner Eishockey-Profis und ihre Fans sowie zahlreiche, im Berliner Eissport-Verband organisierte, Amateurvereine damit über eine angemessene und moderne Eissportanlage.
2005 wurde die Deutschlandhalle erneut geschlossen, da bei einer Routineprüfung festgestellt wurde, dass das Dach dringend erneuert werden musste. Im März 2006 wurde die Halle dann wieder für den Eishockeysport geöffnet und ist bisher Heimat des ECC Preussen Juniors Berlin.
Am 27.Mai 2008 beschloss der Berliner Senat endgültig, die Deutschlandhalle abzureißen und den Neubau einer Eishalle zu errichten.Die Deutschlandhalle war nach dem aus vielfältigen Gründen bedauerten wie kritisierten Abriss des Sportpalastes einer der zentralen Veranstaltungsorte in West-Berlin. Neben den Showveranstaltungen fanden hier Sportveranstaltungen statt wie das Internationale Hallenfußballturnier oder die legendären und immer noch populären, heute im öffentlichen Ostberliner Ärgernis und Milliardengrab Velodrom gastierenden Berliner Sechstagerennen. Keine Sorge: Eine ausführliche Würdigung verrückter Eis(hockey)zeiten in West-Berlin wird es hier ein anderes Mal geben. Wie erwähnt war die Halle Spielstätte der Berlin Capitals, des früheren BSC Preussen, zunächst bis zu deren Insolvenz bedingten Zwangsabstieg aus der DEL 2002. Es fällt auf, dass bereits damals die Berliner Morgenpost titelte:
Auch wenn sich die Vorzeichen seitdem ein wenig gewandelt haben, sei hier noch einmal der damalige Artikel von Andreas Lorenz wiedergegeben, der sich am Beispiel einer einmaligen Institution des Berliner Profi- und Eishockeysports auch als zeitloser Abgesang auf jenes West-Berlin, das es nicht mehr gibt, lesen lässt:
Die von der Pleite bedrohten Berlin Capitals sind ein Symbol für jenes West-Berlin, das es nicht mehr gibt.
Oben im Rang hängt noch das alte Preisschild an der Garderobe. 2,80 Mark. Euro?, Ach, vergiss es. 32 Reihen mit je 34 leeren Haken macht 1088 Mal nichts. Trostlos. Das verlotterte Ambiente der ehemals glanzvollen Deutschlandhalle eines ehemals glanzvollen Inselstaates. Unten läuft ein Eishockey-Spiel. Und durch die offenen Klapptüren tönt es: "Fürchtet euch nicht. Denn hier - regiert - der BSC.
Es ist, wenn kein Wunder passiert, das letzte Heimspiel der Berlin Capitals. Jenes Vereins, der im April 1983 als BSC Preussen gegründet wurde und immer der BSC Preussen geblieben ist. Eventuell wird den Capitals, die auch mal Devils hießen, morgen die Lizenz für die Deutsche Eishockey-Liga entzogen. Oder sie gehen einfach ein paar Tage später Pleite. Insolvenzanträge laufen. Geld ist keines da. Wenn kein Wunder passiert, dann war es das mit Spitzen-Eishockey. Wunder sind selten geworden in diesem Teil Berlins, der immer noch West-Berlin ist.
Die Preussen/Devils/Capitals sind das wegsterbende West-Berlin in einer Nussschale. Oder in einem Schuhkarton - genau so wurde die Eishalle Jafféstraße genannt, in der die Preussen/Devils/Capitals 18 ihrer 19 Jahre spielten. Und die inzwischen abgerissen ist, um Platz zu schaffen für einen neuen Eingang der Messe. Eishalle Jafféstraße - sah aus wie ein Schuhkarton, roch genauso. Und bis zum Bersten stecken die Erinnerungen drin. Wie in der Kiste mit den Urlaubsfotos, den Flugtickets und Andenken, die man Umzug für Umzug mitschleppt.
Otti der Trommler stand dort oben über den teuren Plätzen. Freundschaften fürs Leben, oder auch nur fürs Leben gedacht, entstanden dort unterm Funkturm. Manche sind immer noch und bis zuletzt hingegangen. Andere haben irgendwann aufgehört. Wenn jetzt Eishockey-Spieler an die Bande knallen und die Tor-Sirene heult, sitzen sie,zu Hause und spielen j Canasta. Aber wenn sie ehrlich sind, denken sie immer noch zurück an die Zeiten bei den Preussen.
Die Preussen, das waren immer schon Herren (und Damen) der "High Snobiety", die ihre dünnen Lederjäckchen bei Mientus oder Selbach kaufen. Und Freitagnachmittag am Champagner-Stand im KaDeWe flöten: "Ein Moetchen geht immer. Wenn sie von den teuren Plätzen aus applaudierten, klang das immer ein bisschen so, als wür-den sie die goldenen Kreditkarten aneinander reiben.
Die Preussen, das waren aber auch immer schon die Normalos, die ihre Jeans zweimal im Jahr bei "Woolworth" abstauben. WSV und SSV bei "Wulle", Feiertage für die ganze Familie. Und wenn sie von den Stehplatzrängen brüllten, brüllte Mariacron immer mit.
Echte Fans, unenttäuschbar treue Fans gibt es in beiden Kategorien. Unverbesserliche Optimisten, die tagsüber Porsche oder Häuser verkaufen, dann aber in Denkmal geschützten Grunewald-Villen Nächte lang Rettungskonzepte aufstellen. Und, viel größer in der Anzahl natürlich, die Hoffenden außerhalb des Vip-Raums. Die, die Geschenkkörbe auf die Geschäftsstelle brachten, als im vergangenen Sommer der Lizenzentzug drohte und mit einer eigentlich wertlosen, aber mit Tipp-Ex sauber hinfrisierten Fax-Kopie einer Millionen-Überweisung abgewendet wurde. Die Caps/Devils/Preussen sind und waren West-Berlin, wie es leibt und über seine Verhältnisse lebt. Nie wurde aufgeräumt. Nie wurde auch nur annähernd so wenig Geld ausgegeben, wie wirklich in die Kasse kam. Immer von der Hand in den Mund, aber nie genug kriegen. Und immer die Klappe aufreißen. Sechsmal Halbfinalist, so rühmt sich der Verein. Dabei hatte er Mitte der 90er Jahre die teuerste Mannschaft der Republik. Über acht Millionen Mark Gehaltsetat. Meister hätten sie werden müssen, die Herren Stars, von denen der teuerste 950 000 Mark für die acht Monate dauernde Saison kassierte. Sechsmal Halbfinale - heute noch soll es welche geben, die darauf stolz sind. Und Schaum vor den Mund bekommen, wenn die Ost-Berliner Rivalen des EHC Eisbären mit der Gnade ihrer einstmals aus zwei Teams bestehenden DDR-Liga brüllen: "Wir waren Meister und ihr nicht."
In Block 51 sitzt ein Typ mit einem Rauschebart und weißem Anzughemd unter dem Jackett. Einer der aussieht, als hätte er die 70er Jahre im Zwiebelfisch am Savignyplatz durchgemacht. Und die 80er und 90er obendrein. Rechts von ihm, ganz vorne an der Brüstung, gibt Lechl den Beat vor. Mit einer Pauke und zwei Schlegeln. Wenn er wieder mal die Stehplatztribüne zum Beben gebracht hat, drehen sich die da unten um und brüllen: "Danke, Lechl, danke." Und dann legt der sich erst richtig ins Zeug, dass die beiden grünen Drachen, die auf seine Unterarme tätowiert sind, zu tanzen beginnen. Das Finale ist der Takt zum Sportpalast-Walzer - und die da unten pfeifen, als wäre Krücke wieder auferstanden.
Auf der Stahlrohrtribüne stehen sie alle, um Abschied zu nehmen. Die Nummer 8, der unvergleichliche Vorwärtsverteidiger Tom O'Regan, der neben der Hartgummischeibe auch mal gerne des Gegners Mundschtz polierte. Die Nummer 33, Toni "Tante" Tanti, Torjäger der Extraklasse. Die 22 natürlich, John Chabot, Halbindianer, der mit dem Puck tanzte. Und die 16. Die große 16. Schorsch Holzmann, dessen Trikot mal als ultimative Ehrung unters Hallendach gehängt wurde - und beim Abriss der Eishalle Jafféstraße spurlos verschwand. Natürlich ist keiner von denen da, aber die Fans tragen immer noch ihre Trikots. Ein Fan vergisst nicht. Auch nicht, wenn die Spieler schneller wechseln als die Talk-Show-Kasper im Nachmittagsfernsehen.
Ganz vorne, man spürt den Hauch des Eises, steht ein Caps-Ahänger mit der Nummer 55 auf dem Rücken. Vermutlich sein Baujahr. Neben ihm seine Frau, in Zivil. Da wirst Du nie was dran änern, Schatz. Aber die Tochter, ziemlich genau halb so alt wie dieser Verein, zu dem Papi immer rennt, hat auf dem grauen Kapuzensweater ein Bild von Torhüter Andrej Mezin. Ronny Arendt schießt 6:3. Papi gibt Mutti ein Küsschhen, und der Kleinen auch. Wie viele Küsse in diesen ganzen Jahren? Wie viel Lächeln? Wie viel
Zeit zwischen den Spielen? Es steht 9:4, der höchste Saisonsieg der Caps - für nichts und wieder nichts. Nicht einmal mehr für die Seele. "Es laufen die letzten zwei Spielminuten", sagt Hallensprecher Detlev Minter, der auch zum Inventar zählt. Seine Worte lassen die Dämme brechen.
Drei Mädels weinen, drei Mädels putzen sich gegenseitig die Tränen von den Wangen. Wenn man nicht selbst beinahe am Heulen wäre, könnte das Terzett der Trauer sogar komisch wirken. Aber dann knallt ein Typ seinen Sechser-Träger mit Pfandbechern an die Wand, das Bier spritzt und der capitale Brocken fällt seinen Kumpeln schluchzend in die Arme. Wo sind sie jetzt, diese schmierigen Typen, die diesen Klub kaputtgewirtschaftet haben. Können sie gut schlafen heute Nacht? Kommen sie morgen früh am Badezimmerspiegel vorbei, ohne sich übergeben zu müssen? Vermutlich ja. So ist es, wenn Pack den Puck regiert. "Banghard, gib die Preussen frei", brüllen die Fans in ihrer Verzweiflung. Aber Klub-Besitzer Egon Banghard, der Erfinder der "Nächste Woche gibt es Geld"-Ausrede, ist, nicht da.
Lenz Funk steht im Gang zur Vip-Tribüne. Sitzen kann er nicht. Ist viel zu aufgewühlt. Die Narben in seinem Gesicht erzählen jedes seiner 225 Länderspiele. Lenz, der Bulle aus Tölz, der immer da war und alles erlebt hat. Und abends im Haxenwirt allen erzählt hat, was er alles erlebt hat. Gründung, verpasster Aufstieg, Aufstieg, Trainerdasein, Trainerentlassung, Seitenwechsel zu den Eisbären, Rückkehr, Krisen, Krisen, Krisen. Lenz will jetzt nichts sagen. Er grummelt nur. "Lassts mir mei Ruh. Wos wuistn wissen. Wisst doch eh, was los is."
So geht es dahin, ein,weiteres Stück von jenem West-Berlin, von dem die Pessimisten sagen, es ster-be. Und die Realisten hoffen, es verändere sich nur. Optimisten, die daran glauben, es würde alles bes-ser werden, gibt es sowieso keine mehr.
Lechl packt ein. Lechl wird nächste Saison zu den Junioren-Spielen gehen. Lechl sagt: "Wenn es weiter geht, bin ich dabei. Aber glauben werde ich nie wieder einem dieser Vorstandstypen."
Während am Souvenirstand der Ausverkauf tobt, sammeln zwei Steppkes für den Nachwuchs. Den Zehn-Euro-Schein falten sie ehrfürchtig und drücken dem Spender einen Aufnäher in die Hand. "2. Berliner Eishockey-Fan-Club-Turnier, 22.02.1992", steht darauf. "Davon hammwa noch ne Menge", sagt der eine Knirps. Vergangenheit eben.
(erschienen in der Berliner Morgenpost vom 17. März 2002)
Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt: Nach dem Aufstieg der Berlin Capitals in die drittklassige Oberliga 2003, erneuten Zahlungsschwierigkeiten vor der Saison 2004/05, der abermaligen Rück- bzw. Umbenennung in Berliner Schlittschuh Club Preussen (BSchC Preussen), dem verpassten Aufstieg in die Zweite Liga und dem endgültigen sportlichen Aus 2005, blieb nun ein Großteil der Anhänger dem Eishockey Club Charlottenburg Preussen Juniors (ECC Preussen) treu, der 2002 ausgegliederten ursprünglichen Jugendabteilung des Stammvereins. Nach dem Gewinn der Regionalligameisterschaft Ost im April 2009 steht im Rahmen des unverändert vom Senat in Berlin (Hauptstadt der DDR bitte ergänzen) in unheilvoller Allianz mit der Messe Berlin nach Gutsherrenmanier geführten Feldzug gegen West-Berlin hinter der Zukunft des ECC Preussen mehr als nur ein dickes Fragezeichen. Mit anderen Worten: Der ebenfalls unter der Regie dieses Vereins betriebene Eishockey-Kinder- und -Jugendsport kümmert - gelinde gesagt - die politisch Verantwortlichen im Roten Rathaus herzlich wenig. Gegenüber fragwürdigen Bestrebungen der praktisch eh nicht vorhandenen Berliner Wirtschaft zählen natürlich die Interessen von über 800 betroffenen Berliner Freizeitsportlern nichts. Dass das ganze gerade nicht rein parteipolitisch motiviert ist, zeigt ebenfalls die totale Ignorierung letzter Bemühungen zur Rettung der Deutschlandhalle als Eissporthalle des übrigens von einer SPD-Bürgermeisterin regierten Neuberliner Kunstbezirks Charlottenburg-Wilmersdorf. Pläne für die Aufrechterhaltung der Nutzung bis zur Fertigstellung einer Ersatzhalle im Bratkartoffelverhältnis am Glockenturm vor dem Olympiastadion, gab es durchaus:
Die Deutschlandhalle soll erst dann abgerissen werden, wenn die Eissportler ihre neue Halle an der Glockenturmstraße nutzen können. Das fordern parteiübergreifend die Mitglieder der Bezirksverordneten-Versammlung (BVV) Charlottenburg-Wilmersdorf. Nur die FDP stimmte nicht zu. Nach Meinung der anderen Parteien sollte es einen "Abriss auf Vorrat" schon deshalb nicht geben, um den Eissportlern bis zur geplanten Fertigstellung der Ersatzhalle 2011 keine jahrelange Heimatlosigkeit zuzumuten.
(Artikel Mopo, 23. Juni 2008)
Das Senatsverhalten frei nach dem Adenauer-Motto Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? lässt sich eindrucksvoll mit den Beschlüssen des Landesdenkmalrats (LDR) vom 6. November 2000 belegen, in denen es zum TOP 2 - Deutschlandhalle heißt:
Der LDR bekräftigt seine früheren Entschließungen, dass an der Erhaltung und adäquaten Nutzung des Baudenkmals Deutschlandhalle unbedingt festgehalten werden muss. Nach Information durch den Vertreter des Landessportbundes, Herrn Hahn, sowie der Senatsverwaltung, Herrn Neuwirth, plädiert der LDR aufgrund der derzeitigen strukturellen und wirtschaftlichen Gegebenheiten dafür, die Halle zunächst für einige Jahre als Ersatz der Eissporthalle Jafféstraße mit kleinstmöglichem Aufwand als zentrale Eissporthalle umzubauen und dem Amateursport sowie dem Profisport übergangsweise anzubieten. Eine endgültige Entscheidung (Eissport/Mehrzweck) muss auf die tatsächliche Entwicklung privater Investoren-Projekte abgestimmt werden.
Wie die Erfolgsaussichten der eilends wie verzweifelt ins Leben gerufenen Initiative Pro Deutschlandhalle (ja, schon wieder so eine Pro-Initiative...), deren Ziel es ist, Aufmerksamkeit auf ein Stück Berliner Geschichte zu lenken, die vom Erdboden verschwinden soll. Die Kommentare sollen den Herren Wowereit, Körting und Wolf zeigen, was sie dem Volk eigentlich antun. Da die Äußerungen das Seelenbefinden der meisten Kommentatoren auf der Pro Deutschlandhalle-Website selbst erklären, sei hier nur auf diese verwiesen...
Der Senat von Grostberlin führt derweil seinen Vernichtungsfeldzug gegen die als Zeitzeugen der West-Berliner Stadtgeschichte verstandene Halle mit unveränderter Härte in seiner Unbelehrbarkeit gegenüber der Vernunft und gegen alle berechtigte Bedenken von Berliner Architektenkammer, Baukammer, Berliner Architekten- und Ingenieurverein sowie Denkmalschützern unbeirrt weiter:
Der
Abriss der Deutschlandhalle ist beschlossene Sache, doch jetzt will der
Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf nicht mitspielen. Ein Ende
vergangener Woche von der Messe Berlin gestellter Abrissantrag für die
1935 eingeweihte Halle hat dort wenig Chancen auf eine Genehmigung:
"Wir werden ihn natürlich sorgfältig prüfen", sagt Baustadtrat
Klaus-Dieter Gröhler (CDU).
Aber vieles spreche dafür, dass dem Ersuchen nicht stattgegeben wird. Die Messe, die auf dem Gelände einen Neubau errichten will, müsse erst nachweisen, dass dieser tatsächlich nur dort entstehen kann, sagt er: "Noch vor etwa fünf Jahren ist ein Plan erarbeitet worden, der viele freie Flächen auf dem Messegelände auflistet. Daran hat sich doch nichts geändert." Im Bezirksparlament wird jetzt sogar darüber debattiert, ob der Bezirk die traditionsreiche Halle in den nächsten zwei Jahren selbst betreibt. Der Haushaltsausschuss soll nachrechnen, wie das gelingen kann. "Mit dem jährlichen Zuschuss von 1,5 Millionen Euro, die die Messe dafür bisher vom Land Berlin erhält, können wir das auf jeden Fall", sagt der Baustadtrat. Es gehe aber nicht nur darum, nachzuweisen, dass die Deutschlandhalle erhalten werden kann, sagt er. Vor allem benötigten die Eissportler des Clubs ECC Preußen Juniors Berlin ein Ausweichquartier bis eine neue, elf Millionen Euro teure Eissporthalle an der Glockenturmstraße fertig ist. Bisher trainieren die rund 250 "Preußen" und etwa 800 andere Eissportler in der Deutschlandhalle. Damit soll am 30. April Schluss sein. Die neue Eishalle wird erst 2011 fertig. "Für die nächsten zwei Saisons gibt es somit keinen Ort für die Sportler", kritisiert Gröhler.
"Eine Entscheidung über eine temporäre Spielstätte wird noch in dieser Woche fallen", verspricht eine Sprecherin der Senatssportverwaltung. Sportsenator Ehrhart Körting (SPD) hatte in der vergangenen Woche in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP im Abgeordnetenhaus mitgeteilt, dass als mögliche Ausweichquartiere unter anderem Standorte im Jahn-Sportpark (Prenzlauer Berg), am Erika-Hess-Eisstadion (Wedding) und im Olympiapark (Charlottenburg) geprüft würden, zudem das Angebot eines privaten Unternehmens in Spandau.
Der Bezirk hat deshalb für sein Übernahme-Angebot keine guten Karten: Die zuständige Senatswirtschaftsverwaltung lehnt die Offerte rundweg ab. "Es wird keinen Weiterbetrieb der Deutschlandhalle geben", sagte Staatssekretär Jens-Peter Heuer der Berliner Zeitung auf Anfrage. "Die Betriebsgenehmigung läuft am 30. April endgültig aus." Der Abriss war bereits im Mai vergangenen Jahres vom Senat beschlossen worden - als Ausgleich für die Sanierung des Internationalen Congress Centrums (ICC).
Inzwischen formiert sich aber insbesondere im Westen Berlins Widerstand: [...] Auch die Berliner Architektenkammer, die Baukammer und der Berliner Architekten- und Ingenieurverein sowie Denkmalschützer kritisieren das Vorgehen des Senats. Das Bezirksparlament hatte schon im Februar einstimmig dafür votiert, die Deutschlandhalle als Zeitzeuge der West-Berliner Stadtgeschichte zu erhalten und zu einer Multifunktionshalle umzubauen.(Demonstrieren für die Deutschlandhalle von Birgit Etzel, Berliner Zeitung, 26. April 2009)
Noch ist der Abschied von Eishockey in Berlin nicht endgültig und so bleibt Zeit zurückzublicken:
Aufgrund der begrenzten Parkmöglichkeiten direkt vor der Halle, war man oft gezwungen, in die angrenzende Siedlung Eichkamp auszuweichen, um dort nach einem Parkplatz zu suchen, sofern man mit dem Auto zu den Spielen fuhr. Der frühere S Bahnhof Eichkamp heißt auf Betreiben der Messe Berlin mittlerweile Messe Süd. Der Durchgang im Bahnhof war die schnellste Möglichkeit zu Fuß wieder vom Eichkamp aufs Hallengelände zu gelangen.
Anlässlich des 20jährigen Bestehens des BSC Preussen bzw. der Berlin Capitals 2003 fand in der Deutschlandhalle eine von den Fans organisierte Jubiläumsfeier statt, deren Höhepunkt ein All-Star-Game früherer Preussen-Spieler gewesen ist. Von dieser Zeit stammen noch die vielen Schautafeln im Innengang der Deutschlandhalle, die die wechselvolle Geschichte der Eishockey-Preussen dokumentieren.
Blick auf die Eisfläche im Innenraum der Deutschlandhalle. Die Halle bietet insgesamt ... Zuschauern Platz. Die Zugänge zum Oberrang waren allerdings seit dem Abstieg aus der DEL 2002 abgesperrt. Obwohl der ECC Preussen die Saison 2008/09 in der viertklassigen Regionalliga spielte, kamen zum entscheidenden Finale gegen die Black Dragons Erfurt, das die Preussen klar mit 8:2 für sich entscheiden konnten, knapp 1.500 Zuschauer.
Für das leibliche Wohl sorgten mehrere Snack- und Getränkestände gesichert, bei denen man zumeist in den Drittelpausen u.a. Bockwurst oder Leberkäs essen und dazu stilecht ein Berliner Kindl vom Fass (oder auch zwei oder drei oder ...) trinken konnte.
Im Innengang befand sich ebenfalls Lechl's Fanshop, wo es ansonsten längst vergriffene Preussen-Devotionalien wie Sticker, Buttons, CDs, Autogrammkarten oder Pins noch in Hülle und Fülle zu erstehen gab.
Hier erzielen die Preussen gerade ein Tor im entscheidenden Finalspiel am 9. April 2009 gegen die Black Dragons Erfurt...
...und jubeln nach dem verdienten 8:2 Sieg im Finale:
Mit einem grandiosen 8:2 Sieg im dritten Playoffspiel gegen die Black Dragons aus Erfurt gewannen die Preussen die Meisterschaft der Regionalliga Ost und haben sich damit für den Aufstieg in die Oberliga qualifiziert.
Vor knapp 1.500 Zuschauern reichte den Berlinern eigentlich das erste Drittel für die Entscheidung, denn nach 20 Spielminuten führte man bereits mit 5:0. Stefan Leciejewski eröffnete den Torreigen in der 4.Minute, Jan Schertz, 10.Minute und Kapitän Kay Hurbanek, 14.Minute erhöhten auf 3:0.
Auch der Torwartwechsel der Erfurter nach dem dritten Treffer, Martin Otte für Kai Fischer, brachte nicht den erhofften Erfolg, erneut Jan Schertz, 15. Minute und Marvin Krüger, 18. Minute erzielten die weiteren Treffer zur 5:0 Pausenführung.
Im zweiten Drittel ließen es die Preussen deutlich ruhiger angehen, ohne jedoch die Kontrolle über das Spiel zu verlieren. Den Erfurtern gelang zwar in der 33.Minute der Treffer zum 5:1, doch der Stimmung auf den Rängen tat das keinen Abbruch. Mit Laolawellen und Gesängen wie "Hey, was geht ab, wir holen die Meisterschaft", feierten die Preussenfans schon Ihre Mannschaft.
Im letzten Drittel wurde dann noch etwas nachgelegt, Philip Reuter trug sich in der 46. Minute in die Liste der Torschützen ein und Stefan Leciejewski erzielte in der 50.Minute seinen zweiten Treffer. Den Abschluss mit dem achten Tor erzielte Nicolai Tittus, der zweite Treffer der Erfurter durch Spielertrainer Zbynek Marak in der 56.Minute war nur noch Ergebniskosmetik der Erfurter.
Unter
dem Jubel der Zuschauer zählten die Spieler die letzten Sekunden runter
und Trainer, Spieler und Betreuer lagen sich beim Schlusspfiff in den
Armen. Ein großes Ziel der Preussen, die Meisterschaft in der
Regionalliga, wurde 5 Jahre nach der Neugründung erreicht.
Den Pokal für die Meisterschaft nahm Cico Ciganovic anstelle von Kapitän Kay Hurbanek entgegen, sein Vater war am Vortag verstorben und so wollte man ihm gedenken.
Die Saison ist nun beendet, in den nächsten Tagen wird die Mannschaft noch abtrainieren und zum Schluss gilt es auch immer Danke zu sagen. Danke allen Fans, Zuschauern ehrenamtlichen Helfern, allen Sponsoren und denen, die im weitesten Sinne mit dem Spielbetrieb in Verbindung stehen.
Ein Dank auch an die Messe Berlin und dem Senat, dass man in der ehrwürdigen Deutschlandhalle spielen durfte und beide sollten sich in den nächsten Tagen mit Herrn Wowereit an einen Tisch setzen und angesichts der sportlichen Entwicklung und des Erfolges sowie der steigenden Zuschauerzahlen das Thema Abriss Deutschlandhalle vom Tisch fegen und einer weiteren Nutzung bis zur Fertigstellung der neuen Halle auf P9 zustimmen.*
(Spielbericht auf www.eccpreussen.de)*Die Reaktionen der kompromissunwilligen und an keiner vernünftigen Lösung interessierten Betonköpfe in Senat und der mit ihm verbündeten Messe Berlin haben die im Spielbericht geäußerten optimistischen Wünsche leider nicht bestätigen können und obsolet werden lassen, dafür aber die wahren Absichten der politischen Machthaber gezeigt.
Aber bereits nach dem ersten Finalsieg am 3. April war nicht nur in den Kneipen-Katakomben der Deutschlandhalle die Sorge um die wieder einmal unsichere Zukunft für die nächste Saison zu spüren: Alkohol und Nikotin braucht in solch schweren Zeiten wieder einmal der Mensch in West-Berlin...
Der Stand mit den einst ungemein leckeren französischen Crêpes ist schon lange geschlossen...
... und noch später am Abend hieß es Abschied endgültig nehmen. Sollte es wirklich für immer sein? Wenn ja, dann bleibt quasi als A Tribute to Deutschlandhalle immer noch die unauslöschbare Erinnerung an einige (verfügbare) Highlights längst vergangener Zeiten in Ton und Bild:
Preussen geben niemals auf, damit es auch in Zukunft wieder heißt:
Heute abend um 22 Uhr ist es endlich so weit: Jörg Buttgereits "Captain Berlin vs. Hitler" feiert Berlin-Premiere im Kino-Central in den Hackeschen Höfen (Ostberlin-Mitte).
Update: Regelmäßige Vorstellungen doch ab dem 30. April 2009, weitersagen!
http://kino-central.de/archiv/c/c_captain.php
Das gibt's zu sehen:
D 2008/2009 - 75 min.
Darum geht's (alles auch noch einmal unter oben angegebener Adresse nachzulesen):
Die Kugel, mit der Adolf Hitler 1945 im Führerbunker seinem Leben ein Ende setzten wollte, hat nur knapp das Gehirn des Führers verfehlt. Die wahnsinnige Nazidoktorin Ilse von Blitzen hat damals Hitlers Hirn gerettet, knapp 30 Jahre in einer Nährlösung am Leben gehalten, und jetzt, im Jahre 1973, an einen riesigen Computer angeschlossen. Nun strebt Hitler abermals nach Weltherrschaft. Als Komplizen hat sich Blitzen Dracula, den Fürsten der Finsternis auserkoren, der in der Gruft von Schloss Brandenburg Unterschlupf gefunden hat und das Geheimnis des ewigen Lebens kennt. Just in diesem Moment greift Captain Berlin ein. Er war es, der damals als Widerstandskämpfer ein Attentat auf Hitler ausüben wollte und nie an dessen Freitod glaubte. Kann der einzig wahre deutsche Superheld die Welteroberungspläne des Führers verhindern?
Aus dem nur 4 mal in Berlin aufgeführten Bühnenstück von Jörg Buttgereit hat Thilo Gosejohann einen quietschbunten Comicfilm gemacht.
"Irgendwo einzuordnen zwischen DOGVILLE und BATMAN HÄLT DIE WELT IN ATEM." (Deadline).
Der kulturhistorische Hintergrund
In den 70er Jahren tummelten sich in amerikanischen Comics neben den bekannten Superhelden auch viele klassische Horror-Gestalten. Monster wie Frankenstein oder Dracula hatten ihre eigenen Comic-Serien. Auch Kriegscomics wie 'Weird War' waren unter den Jugendlichen sehr beliebt.
Das Helden wie Captain America in ihren trivialen Bilderheftchen schon in den 40er Jahren gegen 'Bösewichte' wie Adolf Hitler antraten, ist nichts ungewöhnliches. Doch in den 70ern kam es zu einem wilden Genre-Mix zwischen Kriegs- und Horror-Comics. In so genannten 'Team-Ups' tummelten sich fortan verzerrte Schreckgestalten des Zeitgeschehens mit Horrorfiguren und Superhelden. Das die 'Schundliteratur' mit ihren eindimensionalen Nazischergen nie in Deutschland erschien, ist nicht verwunderlich. Doch wie hätte es wohl ausgesehen, wenn man auch hier zu Lande einen ehrenhaften deutschen Superhelden erfunden hätte und ihn sorglos mit einer überzeichneten Adolf-Hitler-Karikatur in einem banalen Comic gepaart hätte? Hätte es womöglich eine 'Erlösung durch Trash' für das traumatisierte deutsche Volk gegeben, wie sie beispielsweise in der amerikanischen (Captain America) oder japanischen (Godzilla) Popkultur funktioniert hat?
Selbstverständlich ist das liebevolle Programmheft auch erhältlich.
Wer Deutschlands einzigen Superhelden gerne persönlich besuchen möchte, kann das hier tun.
Das Publikum in deinerRöhre zeigt sich schon jetzt begeistert:
Ich muss ihn haben. Wer spielt eigentlich Captain Berlin?
Mehr Informationen über Captain Berlin bei Leiwandesk hier.
Der unnachahmlichen Soundtrack von Peter Synthetik zum legendären ersten Teil aus dem Jahr 1982 ist bei Saltyka erhältlich.
Übrigens:
Wer das Meisterwerk heute abend verpassen sollte oder anderweitig verhindert ist, hat noch die Möglichkeit, den Film in Erlangen zu sehen - und zwar am 1. Mai 2009 im Manhattan Kino (Beginn: 22 Uhr) im Rahmen des 13. Weekend of Fear-Festivals.
Nach eingehender Überlegung habe ich mich dazu entschlossen, meine kleines Blog-Universum zwischen der "selbständigen kulturellen Einheit West-Berlin" und anderem Kulturgut sinnvoll abzugrenzen - natürlich habe ich aber nicht die Absicht, eine Mauer zu errichten.
Vielmehr wird es weiterhin unter meinem Vox-Blog hier alte Neuigkeiten zum Thema West-Berlin in möglichst vielen Facetten zu lesen geben. Weitere interessante Themen, die ich in diesem Rahmen für erwähnenswert und diskussionswürdig erachte, werden nach für nach auf die Seite meiner zweiten Wahl wandern. So lange der Umzug aber noch nicht komplett abgeschlossen ist, werden sie nach wie auch hier zu begutachten sein.
Bemerkenswerte Petitessen sind nach wie vor unkommentiert auf meinem Mikroblog einzusehen.
Ich wünsche weiterhin viel Vergnügen beim Weiterlesen und bei Nichtgefallen angenehmes Weiterklicken durch das weltweite Gewebe.
In diesem Sinn:
Kenn ick! Uns kann keener!
"Ich dachte, 'ne Legende ist man erst, wenn man tot ist..."
- "Lord" Knud Kuntze (2007)
Eines nachts, kurz nach dem die Mauer gefallen war, saß Lord Knud besoffen in seinem Wohnzimmer und blickte in sein Whiskeyglas. Vielleicht, niemand weiß das so genau und er selbst am wenigsten, sah er in diesem Moment zwischen den schmelzenden Eiswürfeln sein Leben vorbeischwimmen. Schamoni, Weizsäcker und die Lords, langbeinige Models, Ossis und Adlige, Intendanten und Fans tanzten ausgelassen In Jack Danleis. Und er saß wieder mal draußen, trunken und allein. Lord Knud warf das Glas wütend an die Wand.
Am nächsten Morgen sah er
den bläßlichbraunen Fleck auf der Tapete. Lord Knud bastelte eine
Collage aus alten Zeitungsausschnitten, die seine Mutter in all den
Jahren über ihn gesammelt harte, und rahmte das Werk ein. Damit hing er
den Fleck zu.
(Alexander Osang: "Mühsame Schritte zum Regenbogen", Berliner Zeitung, 15. Oktober 1994)
Mittlerweile soll es ihm den Umständen nach wieder besser gehen - nach Jahren der privaten Freakshow in Zehlendorf, wie sein Bekannter Peter Ziermann zuletzt am 9. Januar 2007 versichert hat:
Treffe ihn jetzt wieder regelmäßig, er hat sich - für meinen Geschmack - mächtig gefangen.
Leider macht ihm jetzt der Rücken ziemliche Probleme.
Anfang der Neunziger hörte sich das noch anders an, wenn man Lord Knud im folgenden Interview mit Carsten Teuber von 1991 im damals noch nicht privatisierten Berliner Rundfunk lauscht. Vielleicht hat er damals doch zu lange mit Wolfgang Neuss abgehangen, einen Spliff zuviel gezogen, damals in den Achtzigern, als seine beste Zeit als Radio-Discjockey eigentlich vorbei gewesen ist...
Der Verdacht liegt mehr als nahe, wenn man Neuss vom Tage hört:
Lord Knud behauptet, Neuss is'n Abzocker, der mir sogar die Prothese wegraucht [...]
Heutzutage macht sich Lord Knud (natürlich mit d, um nicht mit dem Eisbär verwechselt zu werden) Kuntze, einst populärster Radiomorderator West-Berlins beim RIAS, sogar im weltweiten Gewebe rar: er hat zu seinem 65. Geburtstag am 18. März noch nicht einmal einen eigenen Artikel in der deutschen Wikipedia. Der entgegen gängiger Meinung gebürtige Polake, als den er sich selbst gern bezeichnet, spielte nach dem Krieg nicht mit Lego-, sondern mit original Trümmersteinen, machte sich in der Schule widiwidiwitt ("Zwei plus zwei? Kuntze!!" - "Fünf!") die Welt widiwidiwitt wie sie ihm gefällt und bewies schon im Schuhladen seines Vaters als Verkäufer sein Entertainer-Talent, wenn es daran ging, den falschen Fußuntersatz an den richtigen Mann oder die richtige Frau zu bringen.
Darüber hinaus muss man im Internet schon nach den legendären Schlager der Woche, der unvergessenen RIAS-Hitparade, oder den Lords suchen, der bei weitem überschätztesten deutschen Beat-Band aller Zeiten (nett formuliert), um etwas mehr über ihn zu erfahren.
Seine Lordschaft hat in dem oben angeführten Interview im Rückblick die eigene Ex-Band ähnlich kritisch gewürdigt: Die anderen Bands waren alle besser, haben musikalisch viel mehr drauf gehabt, aber wir haben halt die größere Schau gehabt.
Die Lords haben es zu einem nicht geringen Teil ihm zu verdanken, dass sie 1964 den Wettbewerb der "deutschen" Beatles gewannen, der ihre bis heute ungebrochene Popularität unter Oldie-Freunden begründetete, während zur gleichen Zeit musikalisch versiertere Bands wie die Boots die Berliner Beatszene u.a. in der Dachluke aufmischen durften, deren Programm damals übrigens ein anderes RIAS-Urgestein, Nero "Dingeling" Brandenburg, mitzuverantworten hatte. Kurz nach dem Beatles-Wettbewerb, den die Lords mit Shakin' all over gewannen, einem Titel übrigens, den die Beatles gar nicht im Repertoire hatten, verunglückte auf der anschließenden Tournee vermutlich aus Suff ein Unfall mit dem Tourbus, worauf Lord Knud ein Bein amputiert werden musste, ohne zu wissen, dass Neuss ihm Jahrzehnte später sogar die Prothese wegrauchen würde...
Als Lord Knud noch
Knud Kuntze hieß, verkaufte er im Laden seiner Eltern Schuhe. Er fing
bei den "Lords", die Anfang der 60er Jahre ziemlich populär waren, als
Baßgitarrist an. Wenn er mal 2 000 Mark auf die Hand bekam, hatte er am
nächsten Tag 5000 Mark Schulden. Nach einer Mugge baute der Fahrer des
Bandbusses besoffen einen Unfall, Lord Knud wurde so schwer verletzt,
daß ihm ein Bein amputiert werden mußte. Er war zwanzig, er war nicht
versichert, die Lords ließen ihren Baßmann fallen. Er begann als
Diskjockey zu arbeiten, ging zum RIAS, lernte bei Hans Rosenthal
Radiomachen, moderierte die berühmte Sonnabendvormittags-Sendung
"Evergreens are gogo", in der er Zehntausende Witze erzählte, und
später die nicht weniger bekannte Hitparade "Schlager der Woche". Er
machte Platten. Er erfand den Slogan: "Schau in den Regenbogen!" Der
Regenbogen wurde zu seinem Symbol.
...
Die Gags für seine Radiosendungen schrieben ihm andere, zuletzt der
Kabarettist Wolfgang Neuss. Auch diesen: "Ich hab nichts gegen die
Frauenbewegung. Solange sie rhythmisch ist." Das war sein vorläufiges
Ende als Radiomoderator.
(Berliner Zeitung, 15. Oktober 1994)
Was nach dem ominösen, bis heute nicht restlos aufgeklärten Rauswurf beim RIAS folgte, wollte so richtig niemand mehr wissen, z.B. dass der Frosch als Maskottchen des vom Fettsack Schamoni (W. Neuss) gegründeten ersten privaten Berliner Radiosenders Hundert, 6 seine Idee gewesen ist. Obwohl der CDU-Dudelfunk so ganz nach Lord Knuds Geschmack gewesen wäre:
Lord Knud, Rias extra dry, ist auf der Apothekertagung
für die Wiedervereinigung der Spalttablette eingetreten
(W. Neuss, Überlebensmittelladen. Ein Apotheken-Kabarett)*
*1983 - Das 'Drogenwrack aus Charlottenburg' über sein Lieblings-Thema der achtziger Jahre. Wie mit manch seiner satirisch überzeichneten Zustandsbeschreibungen ist er auch mit seiner Forderung 'Drogen in die Apotheke' nicht weit entfernt von der Wirklichkeit jener, die er nicht mehr erlebte. Den 'Überlebensmittelladen' spricht Neuss 1984 für die LP 'Neuss vom Tage' auf Band. ("Der totale Neuss", S. 810)
Lord Knud gab den Rock'n'Roller auf der Bühne, sagte Hit und Evergreen je nachdem mit Berliner Schnauze oder in hanebüchenem Englisch an, klopfte dabei Sprüche vom Fließband, die nicht von ihm stammten, und kiffte mit Neuss erst um die Wette und dann noch lange über dessen Tod hinaus und sein Hirn halb weich. All das hinderte ihn aber in einer für West-Berlin weder überraschenden noch untypischen "selbständigen kulturellen Einheit" nicht daran, auf Wahlveranstaltungen für Frontstadt-Granden von rechtsaußen wie Heinrich Lummer oder Klaus-Rüdiger Landwosky zu trommeln:
Lord Knud moderierte Wahlkampfpartys für die CDU. Er puschte Lummer,
Weizsäcker und Landowsky. Diepgen und Rexrodt gingen bei ihm ein und
aus. In seinem Garten feierte er stadtbekannte rauschende Feste mit
weißen Pferden, Stars und Luftballons. Er wetterte auf den Osten und
stieg in den internationalen Jetset auf. Hochzeiten in Stockholm,
Partys in London, Modenschauen In New York, Geburtstage in St. Tropez.
Wenn Udo Jürgens in Berlin war, schlief er immer bei Lord Knud.
(Berliner Zeitung, 15. Oktober 1994)
In letzter Zeit machte er sich für die Aufrechterhaltung des Flugbetriebs vom mittlerweile geschlossenen ehemaligen Zentralflughafen Berlin-Tempelhof stark:
Sollte es jemals ein über westalgische Verklärung hinaus gehendes Theaterstück zum Thema West-Berlin geben, böte sich ein Dialog zwischen dem Lord und The Neuss geradezu an. Auch die damals "Regierenden" Richard von Weizsäcker und dessen Adlatus Eberhard Diepgen konnten sich nicht, mehr oder weniger gewollt, Knuds besonderem Charme entziehen. Diepgen soll zwar beim Lord einst ein- und ausgegangen sein, sah ein Buch über einen Rundfunkpionier aber dann doch als pädagogisch wertvoller als einen neuen Rollstuhl an, als der Lord eine neue Beinprothese brauchte. Die Rolle Richard von Weizsäckers bei Knuds RIAS-Entlassung bleibt Gerüchte umwittert, nicht zuletzt weil der als Auslöser oder zum Anlass genommene Spruch Neuss zugeschrieben wird, der bereits als in Auflösung begriffene Haschisch-Squaw in einer denkwürdigen Ausgabe der NDR-Talkshow Leute aus dem Café Kranzler den kurz zuvor zum Bundespräsidentenkandidaten nominierten Regierenden Bürgermeister vorgeführt und genervt hatte.
Man erzählte Ihm hinter vorgehaltener Hand,
Richard von Weizsäcker persönlich habe seine Entlassung vom
Frontstadt-Sender RIAS Berlin gefordert. Er selbst glaubt eher, daß
Marianne von Weizsäcker dahintersteckte.
(Berliner Zeitung, 15. Oktober 1994)
Dann kam die Wende, das Neue Berlin: der RIAS wurde mit westdeutscher Schadenfreude von WDR und DLF und natürlich unter vorgehaltener Hand auch vom SFB, der ewigen Nr. 2 der damaligen Berliner Radiolandschaft, die der Hörerquote des RIAS immer hinterherhechelte, im Rahmen der Wiedervereinigung als unliebsamer öffentlich-rechtlicher Wettbewerber unter fadenscheinigen Argumenten zum Jahresende 1993 endgültig "abgewickelt" und zerschlagen, nachdem bereits 1992 die neue Maßstäbe setzende Jugendwelle rias2 zwangsprivatisiert werden musste. Da saß der Lord, um den es inzwischen einsam geworden war, längst in seinem Südberliner Tusculum, ohne sich wie gewohnt mit oiky doiky verabschiedet zu haben. Dort freute er sich, arbeitslos zu sein und jeden Tag ausschlafen und in Ruhe frühstücken zu können:
Mitten im feinsten Zehlendorf, dort, wo die Quadratmeterpreise nicht mehr zu bezahlen sind, zwischen dichten Hecken, gepflegtem Rasen und zurückhaltenden Menschen, steht ein plattgedrücktes weißes Häuschen mit einem riesigen Fenster, In dem ein elektrischer Regenbogen leuchtet. Vor dem Bungalow steht ein hoher Fahnenmast, an dem die amerikanische Flagge baumelt, die manchmal nachts von Scheinwerfern angestrahlt wird. Den Zaun, der das Grundstück einst umgab, hat der Hausherr abgerissen, als Deutschland wiedervereinigt wurde. Im Vorgarten wächst eine Haschischpflanze, und es gibt einen eingelassenen Betonsockel, auf dem eigentlich ein dreieinhalb Meter hohes Lenin-Denkmal aus Minsk aufgestellt werden sollte, was die Nachbarschaft in letzter Minute verhinderte. In der Garage steht ein Motorrad mit drei dicken Ballonreifen, das aussieht, als sei es von einem phantasievollen Kind konstruiert worden. Manchmal hämmern mitten in der Nacht Techno-Beats aus den großen Fenstern. Und gelegentlich entläßt der Hausherr einen wilden Schrei in die unbezahlbare Zehlendorfer Ruhe.
Hier wohnt Lord Knud. Der Einbeinige. Der Ultrarechte. Der Frontmann. Der berühmteste Berliner Radio-DJ der 70er Jahre. Der Abgestürzte. Der Freak.
(Berliner Zeitung, 15. Oktober 1994)
Neben den Schlagern der Woche ist natürlich Knuds Haussendung Evergreens A Go-Go nicht zu vergessen, die zu unvergesslichen Perlen der Radiounterhaltung gezählt werden darf. Sie war ein weiterer Dauerbrenner des RIAS mit einem Moderator, dem die Berliner alles verziehen wie jedem, den sie einmal in ihr Herz geschlossen hatten, egal ob ein Spruch mal wieder hart an der Geschmacksgrenze war oder nicht:
Viele tausend Hörer kennen nicht nur seine Stimme, sondern auch seinen Namen: Obwohl Lord Knud schon seit Beginn seiner 12-jährigen- Funk-Karriere weder bei der An-noch der Absage seinen Namen nennt.
Seine Sendungen "Evergreens a gogo" und natürlich die "Schlager der Woche" sind kaum aus dem RIAS Programm wegzudenken. Kein Wunder: Allein mit "Evergreens a gogo" erreichte er 71% der Berliner Rundfunkteilnehmer. Nicht mitgerechnet seine unzähligen Fans in der DDR. Selbst eingefleischte SFB-Hörer schalten am Sonnabend um 9 Uhr auf die RIAS-Wellen um.
Nach der Schule machte Knud Kunze (so sein richtiger Name) eine Lehre als Bankkaufmann. Weil ihm das zu langweilig war, und er lieber Musik machen würde, wurde er Mitglied bei den "Lords". Leider ging seine musikalische Karriere durch einen tragischen Unfall schnell zu Ende. Knud verlor sein rechtes Bein und mußte bei den "Lords" ausscheiden. Ein Berliner Kneipenbesitzer brachte ihn auf die Idee, in seinem Lokal Disc-Jockey zu werden. "Ich habe mir einen Schuhkarton mit ein paar Platten gesucht und einfach losgelegt" Lord Knud hatte nur ein Problem: "Ich habe fürchterlich genuschelt" Deshalb ging er auf eine Schauspielschule und nahm Sprechunterricht. Daraufhin bekam er eine Probesendung beim SFB, bei der er aber wegen Prüfungsangst durchfiel. Dann versuchte er sein Glück beim RIAS. Man gab Knud einfach eine Sendung und ließ ihn nicht mehr vom RIAS weg.
Er suchte den direkten Kontakt zu den Hörern: Sei es in Diskotheken, wo er mit Jugendlichen über "Schlager der Woche" plaudert und gern Plattenvorschläge entgegen nimmt oder im Supermarkt (er geht sehr gern einkaufen), wo er meistens seine reiferen "Evergreens-Hörer" trifft.
Es passier häufig das er auf dem Kurfürstendamm von wildfremden Menschen angesprochen wird: "Sag mal, bist du nicht der Knud vom RIAS?" Das mag er. "Ich liebe und lebe von der Herzlichkeit der Menschen".
Was Lord Knud haßt, sind Mauern und Stacheldraht. Außerdem geldgierige oder haßerfüllte, böse Menschen. "Es müßte viel mehr Liebe unter den Menschen herrschen. Meine Devise: Kürzester Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln"
Der Junggeselle genießt gerne seine Freiheit. Er ist auch immer noch freier Mitarbeiter beim RIAS Berlin. Nebenbei betreibt der 36jährige eine kleine Werbeagentur. Der gebürtige Berliner über Freunde: "Es gibt nur wenige Menschen, die man als Freunde bezeichnen sollte, ich selbst gehe mit dem Wort sehr sparsam um." Als einen wahren Freund bezeichnet er den Schlagersänger Udo Jürgens. "Wir kennen uns seit 12 Jahren, unsere Freundschaft wächst und wächst, es macht immer mehr Spaß." Als seinen weiteren Freund bezeichnet er seinen Programmdirektor Prof. Herbert Kundler. Knud über kluge Köpfe: "Viele glaube, wenn sie das Abitur bestanden haben, dann ist alles fertig. Viel wichtiger für mich, das menschliche Lebens-Abitur zu bestehen".
Lord Knud würde auch gern Fernsehen machen: "Es müßte keine Stunden- Sendung sein, vier Minuten würden mir reichen. Vor allem viel Witz müßte drin sein, ähnlich wie bei Loriot."
"Als Berliner
zum Fernsehen zu kommen, geht kaum über eine Berliner Rundfunkanstalt.
Beispiele sind dafür Hans Rosenthal und Harald Juhnke. Ich glaube, daß sich die
Programmdirektoren der deutschen, besonders aber der Berliner Sender, zu wenig
um den Nachwuchs bei Funk und Fernsehen kümmern."
("Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln", Artikel von Andreas Dorfmann, Der Abend, 29. September 1980)
Und wer das alles mal wieder nicht glauben kann, der kann seine "Lordschaft" noch heute zu seinen besten Zeiten hören und eine Zeitreise in die West-Berliner Radioszene der '70er und '80er unternehmen, auf der man dank digitalisierten Musikkassettenmitschnitten neben einigen Schlagern der Woche auch eine beachtenswerte Auswahl von Knuds Evergreens und Nuggets nachhören kann - wie die Anti-Hitparaden mit Didi Hallervorden oder Frank Zander, das Special Have a Happy 4th of July zum Amerikanischen Nationalfeiertag 1986 oder die Country & Western-Show in der rias2-Boutique mit Günter ("ich heiß Gunter...") Gabriel, in der unter anderem Heintje nach dem Stimmbruch zu hören ist.Wer nicht Pop fühlen möchte, sondern Radio erleben möchte, muss Knud hören, auch wenn das nur Randgeschichten sind, bedeutend nicht, aber unvergesslich (Horst Wendt), also:
Happy birthday, Lord Knud - und schau in den Regenbogen, oiky doiky?
Im Berliner Bilder- und Dia-Verlag Christine Schmitz (1 Berlin 30, Rosenheimer Straße 29, Fon 2117647) erschien gegen Ende der 1960er Jahre die Farbbildserie West-Berlin Heute / Berlin-West Today, die den Kanon der Sehenswürdigkeiten West-Berlins einige Jahre nach dem Mauerbau widerspiegelte und als Touristensouvenirs aufbereitet hat. Für die Zeitreise ist die Serie hier gescannt und digitalisiert worden.
(Die originalen rückseitigen Beschriftungen der einzelnen Fotos sind den dazugehörigen Texten fett vorangestellt. Die Bezirksangaben beziehen sich auf die ehemaligen Bezirke von Berlin (West), wie sie vor der Neugliederung der Berliner Bezirke 2004 existierten.)
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Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Einst und Jetzt (Kaiser Wilhelm Memorial Church - Before and After): Das Titelbild zeigt zwei Abbildungen der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche: 1941, vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und 1961 mit dem von Egon Eiermann entworfenen Nachkriegs-Neubau (Glockenturm und Kirche). Auffallend sind die unterschiedlichen Proportionen zwischen Gebäude und Personen.
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Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und Europa Center (Kaiser Wilhelm Memorial Church and Europe Center): Die von den Berlinern hohler Zahn genannte Ruine der alten Gedächtniskirche (Bezirk Charlottenburg) wurde im geteilten Berlin zu dem Wiedererkennungssymbol von West-Berlin und grüßte nahezu von allen Covern von Stadtplänen, Touristen- und Reiseführern. Im Hintergrund steht das 1963 von Willy Brandt eingeweihte Europa-Center, das aufgrund seines markanten Hochhauses ebenfalls in kurzer Zeit zum West-Berliner Wahrzeichen wurde. Zwischen Gedächtniskirche und Europa-Center liegt der Breitscheidplatz, am rechten Bildrand sieht man den Tauentzien, zwischen Gedächtniskirche und Europa-Center ist noch die Schneise zu erkennen, welche die Straße Am Tauentzien und Budapester Straße miteinander verband.
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Tiergarten und Brandenburger Tor (Tiergarten and Brandenburg Gate): Die Straße des 17. Juni (Bezirk Tiergarten) in Richtung Brandenburger Tor, das nach dem Bau der Berliner Mauer, die unmittelbar vor dem Tor verlief, zum Sinnbild des geteilten Berlin geworden ist. Rechts und links der Große Tiergarten, im Hintergrund sind von links nach rechts Marienkirche, Berliner Dom, Rotes Rathaus und Deutscher Dom im Ostberliner Stadtbezirk Mitte zu erkennen. Aufnahme nicht nach 1966, weil noch nicht der 1965 bis 1969 errichtete Fernsehturm zu erkennen ist.
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Charlottenburger Schloß (Charlottenburg Castle): Das Schloss Charlottenburg, das dem gleichnamigen Berliner Bezirk den Namen gab, bei Nacht.
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Europa-Center und Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche (Europa-Center and Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche): Noch einmal beide Gebäude, diesmal von der Zoo-Seite aus fotografiert. Deutlich zu erkennen ist die so genannte Schneise, die bis in die 1970er Jahre Budapester Straße mit Tauentzien für den Kfz-Verkehr verband. Zwischen Europa-Center und Gedächtniskirche sieht man das KaDeWe.
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Olympiastadion (Olympic Stadium): Das anlässlich einer Veranstaltung nahezu ausverkaufte und noch gänzlich unüberdachte Berliner Olympiastadion (Charlottenburg). Im Hintergrund ist der in Bau befindliche Ostberliner Fernsehturm am Alexanderplatz zu erkennen.
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Schnellstraßen mit Funkturm (City Autobahn and Radio Tower): Die seit 1958 unter dem Regierenden Bürgermeister Willy Brandt gebaute Stadtautobahn A100 mit der Anschlussstelle Messedamm / AVUS in Richtung Norden mit dem von den Berlinern auch Langen Lulatsch genannten Funkturm und dem Messegelände (Charlottenburg).
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Schöneberger Rathaus (Kennedy Square): Das Rathaus des Bezirks Schöneberg war während der Teilung Sitz des Abgeordnetenhauses von West-Berlin. Vor dem Rathaus sprach US-Präsident John F. Kennedy am 26. Juni 1963 in einer berühmt gewordenen Rede im Zeichen der knapp zwei Jahre zuvor errichteten Berliner Mauer die Worte Ich bin ein Berliner!
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Philharmonie: Die 1960 bis 1963 erbaute Berliner Philharmonie basiert wie die 1978 eröffnete Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz (heute Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Haus Potsdamer Straße) auf Plänen des Architekten Hans Scharoun. Die Spielstätte der Berliner Philharmoniker befindet sich mit dem erst 1987 zur 750-Jahr-Feier fertig gestellten Kammermusiksaal heute in unmittelbarer Nachbarschaft des Kulturforum Berlin, zu dem die Neue Nationalgalerie, die Gemäldegalerie, die Kunstbibliothek, das Kunstgewerbemuseum und das Kupferstichkabinett gehören.
(Übrigens ist gegenwärtig der Eintritt für alle ständigen Sammlungen im Kulturforum wie auch für alle anderen Staatlichen Museen zu Berlin - SPK jeden Donnerstag von 18 bis 22 Uhr frei!)
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Flughafen Tempelhof (Airport Tempelhof): Der 2008 geschlossene ehemalige Berliner Zentralflughafen Tempelhof (THF) glt als ein weiterer Erinnerungsort der geteilten Stadt, wurde er doch zum Sinnbild der Berlin-Blockade 1948-49, während der die West-Berliner Bevölkerung mit Hilfe einer Luftbrücke durch die so genannten Rosinenbombern versorgt werden konnte. Daran erinnert das auch Hungerkralle oder Hungerharke genannte Luftbrückendenkmal (links). Zusammen mit dem Aufstand vom 17. Juni 1953 und dem Mauerbau 1961 steht die Blockade für die paradoxe Situation der später sogar eingemauerten Insel West-Berlin, die dennoch das freie Berlin jener Zeit geblieben ist. Tempelhof war der West-Berliner Flughafen für den zivilen Luftverkehr bis zur Eröffnung von Berlin-Tegel (TXL).
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Reichstag (The House of Parliament): Zu West-Berliner Zeiten wurde das mit seiner Rückseite unmittelbar an der Berliner Mauer im Bezirk Tiergarten gelegene Reichstagsgebäude, deren Nutzung aufgrund des Sonderstatus von West-Berlin während der deutschen Teilung offen blieb, mehrmals als Tagungsort der Bundesversammlung von bundesdeutscher Seite genutzt. Die DDR reagierte daraufhin oft mit vorübergehenden Sperrungen der Zugangswege zum Westteil der Stadt, bevor die Ostverträge, das Transitabkommen diese Situation normalisierten und v.a. das Viermächteabkommen seit 1971 die Gebäudenutzung regelte.
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Kurfürstendamm: Der Kurfürstendamm am Kranzler-Eck Ecke Joachimsthaler Straße (Charlottenburg) mit der heute denkmalgeschützten Kuppel des ehemaligen Café Kranzler. In bleibender Erinnerung ist der Auftritt der Berliner Kabarettlegende Wolfgang Neuss 1983 im Café: In der von Wolfgang Menge moderierten Talksendung „Leute“ nannte Neuss den damaligen Regierenden Bürgermeister und gerade als Bundespräsidenten nominierten Richard von Weizsäcker Richie. Der Ku'damm entwickelte sich nach der Teilung der Stadt mit der Währungsreform 1948 zum Geschäftszentrum West-Berlins, wenig später zur Flanier- und Amüsiermeile mit Cafés, Bars, Clubs, Diskos und Kinos, während er heute den Charakter eines exklusiven Einkaufsboulevards annimmt.
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Technische Universität (Technical University): Das Hauptgebäude (Charlottenburg) der 1879 als Königliche Technische Hochschule gegründeten Universität wurde 1965 nach Entwürfen von Kurt Dübbers vor den Altbau gesetzt. Es ist ein zehngeschossiger aluminiumverkleideter Bau, der ein vorgelagertes Audimax hat. Auf dem Bild sind auch die für die Ost-West-Achse typischen Speer-Leuchten zu erkennen.
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Schloß Bellevue (Bellevue Castle): Das Schloss diente schon zu West-Berliner Zeiten neben der Villa Hammerschmidt als (zweiter) Amtssitz des Bundespräsidenten. Errichtet wurde es im Auftrag des jüngeren Bruders von Friedrich II., Ferdinand von Preußen nach Plänen von Michael Philipp Boumann und 1786 fertiggestellt.
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Straße des 17. Juni: Die Aufnahme zeigt deutlich die Bezirksgrenze zwischen Charlottenburg und Tiergarten mit dem Charlottenburger Tor . Dahinter ist die Trasse der S-Bahn zu erkennen (rechts von der Straße des 17. Juni ist noch der Bahnhof Tiergarten zu erahnen). Die West-Berliner S-Bahn-Netz ist bis 1984 von der Deutschen Reichsbahn (DR) der DDR betrieben worden. Im Hintergrund ist links neben dem Großen Stern mit der Siegessäule auch der noch im Bau befindliche, 1969 eingeweihte Ostberliner Fernsehturm auf dem Alexanderplatz zu erkennen. Vorne links Gebäude der Technischen Universität im typischen Nachkriegsbaustil.
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Siegessäule und Hansaviertel (Victory Column of 1873 with Hansa District): Die Aufnahme zeigt den Großen Stern mit der im Volksmund auch Goldelse genannten Viktoria auf der Spitze der Siegessäule, den Großen Tiergarten und das sich daran anschließende Hansaviertel, das seit 2008 zusammen mit anderen Wohnsiedlungen der Berliner Moderne zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.
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Maria-Regina-Martyrium [Sic!] (Martyrdom Maria-Regina): Die katholische Gedenkkirche Maria Regina Martyrum (Maria, Königin der Märtyrer) (Charlottenburg), für die 1960 der damalige Bischof von Berlin, Julius Kardinal Döpfner, den Grundstein gelegt hatte ist den Widerstandskämpfer des Dritten Reiches gewidmet. In der Nähe liegt auch die Gedenkstätte Plötzensee.
Wer
Ende der Siebziger Jahre nach West-Berlin zog, war nicht auf der Suche
nach Ruhm, Erfolg und Karriere. Die Stadt mitten im sozialistischen
Osten rottete gemächlich vor sich hin. Abgeschnitten und subventioniert
von der Bundesrepublik, beschützt von den USA, umgeben von einer
meterhohen Mauer. Berlin hatte keine Sperrstunde, dafür umso mehr Zeit
und Raum, den man füllen und besetzen konnte. Die "Neuen Wilden"
gründeten 1977 die Galerie am Moritzplatz, 1978 öffnete das SO 36. In
Läden wie Schizzo, Café Mitropa, Risiko oder Café Swing wurde die Nacht
zum Tag. Alltag wurde Kunst und Kunst Alltag. "Nichts ist wahr - alles
ist möglich" war das Motto der Zeit. Eine neue Generation befand sich
einmal wieder auf der Suche nach dem richtigen Leben im Falschen.
Am Dienstag, dem 3. März 2009 bei b_books in Kreuzberg um 21 Uhr und am Donnerstag, dem 5. März 2009 um 20.30 Uhr bei pro qm, der thematischen Buchhandlung zu Stadt, Politik, Pop, Ökonomiekritik, Architektur, Design, Kunst & Theorie, findet eine Retrospektive einer Retrospektive zu Filmen aus dem West-Berliner Untergrund der '80er Jahre statt.
Unter dem Titel
betrachtete man vom 8. Oktober bis 7. November 2006 im Kino Arsenal in einem von Stefanie Schulte-Strathaus und Florian Wüst kuratierten Rückblick das West-Berlin jener Zeit aus Super-8- oder 16mm-Perspektive:
Die über 30 Programme und Veranstaltungen umfassende Filmreihe Wer sagt denn, dass Beton nicht brennt, hast Du's probiert? zeigt Filme, die zwischen dem Ende der 70er Jahre und der Öffnung der Mauer in West-Berlin entstanden sind. Filme aus und über West-Berlin in einer Zeit, in der über den Potsdamer Platz die Mauer lief und die Fahrt über die Stadtautobahn die große Freiheit bedeutete. Das von der Bundesrepublik subventionierte "Schaufenster des freien Westens" war zu einer Insel für all diejenigen geworden, die sich ohne ökonomischen Druck selbst erfahren und mit allen Mitteln ausdrücken wollten.
Man verschrieb sich nicht länger der Weltrevolution, sondern drang auf die Verwirklichung alternativer Lebensformen zwischen Endzeit und Konsumverzicht, Anti-Reagan-Demos und Häuserkampf, Schwulsein und Queerness, Punk, New Wave und Drogen. Im Spiel mit Körperbildern spiegelte sich der Versuch, unterschiedliche Feminismen und indifferente Geschlechterrollen zu praktizieren.
Film und Kino, in welchem man ganze Nächte verbrachte, kam eine wichtige Rolle zu. Die Besonderheit des Lebens im Schatten der Mauer fand nicht nur in sozialkritischen Inhalten, ästhetischen Experimenten und grellen Inszenierungen, sondern auch in der Verwendung neuer Filmformate ihren Ausdruck: Anfang der 80er war vor allem Super-8 beliebt, um mit nur geringen Kosten unabhängige Filme zu produzieren, welche auf eigenen Festivals, in Bars und Cafes aufgeführt wurden. Gleichzeitig entstanden eine Vielzahl von Spielstätten in besetzten Häusern, die zusammen mit dem 1970 gegründeten Arsenal einen Gegenpol zur kommerziellen Kinolandschaft darstellten. Auch das Medium Video begann sich zu verbreiten und wurde als Mittel zur politischen Arbeit genutzt. Videoproduktionen im Umkreis der dffb schöpften die Möglichkeiten analoger Bildbearbeitung aus, während andere Filme der sich ankündigenden Computerisierung der Welt mit Skepsis begegneten.
Wer sagt denn, dass Beton nicht brennt, hast Du's probiert? möchte die Auseinandersetzung mit dieser Epoche, die längst Retro- und Nostalgieeffekte auf sich zieht und dennoch in persönlichen Erinnerungen so nah erscheint, anhand der filmischen Werke führen. Es soll sichtbar werden, wie sehr sich künstlerische und soziale Prozesse durchdrangen und einmalige Synergien bildeten. Auch wird mit der Filmreihe ein erstes Stück filmgeschichtlicher Aufarbeitung geleistet. Die KuratorInnen haben es sich zur Aufgabe gemacht, auf der Basis breitgefächerter Recherchen eine thematisch zugespitzte, doch nicht minder komplexe Auswahl zu treffen: von Kultklassikern, Spiel- und Dokumentarfilmen bis zu Kurzfilmen, die 20 Jahre nicht mehr gezeigt wurden.
Das komplette Programm ist hier abrufbar und einzusehen.
Die literarische Aufarbeitung dieses Filmschaffens liegt jetzt in einer gleichnamigen Monografie vor, die bei b_books allgemein und präsentiert und bei pro qm um ein munteren Gespräch mit Autor Mathias Heyden über die damalige Stadtentwicklung von unten, die Hausbesetzer/innen-Bewegung, die dazugehörigen Filme sowie das Fortwirken all dessen im heutigen Berlin sowie durch diverse Filmausschnitte ergänzt werden wird.
Wer die Filmreihe verpasst haben sollte und/oder nicht bei der Buchpräsentation nicht anwesend sein kann, dem seien neben dem Buch zwei DVDs empfohlen. Zum einen
Die DVD-Kompilation zeigt zwölf restaurierte Super8-Filme aus dem Originalprogramm, sowie Knut Hoffmeisters "Deutschland". Interviews und Originaldokumente ergänzen und dokumentieren das gesamte Programm samt seiner unvermeidlichen Lücken.
Die Filme bezeugen eine Bewegung, die nie eine war, geschweige denn sein wollte. "Alle Macht der Super8 - Berliner Undergroundfilmer stellen sich vor" ist vielmehr eine Momentaufnahme der West-Berliner Subkultur von 1978-81: Radikal subjektiv, aufrichtig und voller Ironie
.Filme
01. Pommes Frites statt Körner, Yana Yo BRD 1981, 5:15 min.
02. Ohne Liebe gibt es keinen Tod, Maye & Rendschmidt, BRD 1980, 4:18 min.
03. Der Elefant vom Potsdamer Platz, Peter Fischer Piel, BRD 1980, 7:30 min.
04. Berlin – Alamo, Knut Hoffmeister, BRD 1979 8:50 min.
05. Hammer und Sichel, Walter Gramming, BRD 1978, 6:07 min.
06. Don´t forget to leave the highway, padeluun, BRD 1979/80, 6:49 min.
07. Underground USA, Ika Schier, BRD 1980, 5:39 min.
08. Die Enthüllung des Phantoms, Hella Santarossa, BRD 1978 8:20 min.
09. Handlich, Ruza Spak, BRD 1980, 8:53 min.
10. 3302, Christoph Doering, BRD 1979, 14:24 min.
11. Nur Geld ist aufregend, Axel Brand&Anette Maschmann BRD 1980, 11:34 min.
12. Darum oder was erwartest Du, Jürgen Baldiga, BRD 1980, 7:25 min.
Extras
Deutschland!, Knut Hoffmeister, BRD 1980, 21:08 min.
Interviews mit Yana Yo, Axel Brand, Knut Hoffmeister und padeluun, 12:24 min.
Katalog "Alle Macht der Super8" (1981) als PDF-Dokument
Booklet mit zahlreichen Originaldokumenten, Hintergrundinformationen und Fotos. Interviews und Texten von und mit Yana Yo, Christoph Doering, Knut Hoffmeister, Axel Brand und padeluun.
Zum Hintergrund:
Die Filmer nutzten die Straße, die Stadt als Bühne, als Resonanzraum und Projektionsfläche. Es entstanden Filme, die roh, direkt und sehr persönlich ihre Sicht auf die damalige Frontstadt Berlin dokumentieren und das Lebensgefühl einer Jugend am Ende der Zeit, zwischen "Deutschem Herbst" und "Kaltem Krieg" widerspiegeln. Die Filme liefen in Kneipen und auf Konzerten. Sie projizierten auf Lastwagen, Häuserwände oder die Berliner Mauer. So gesehen führt der Begriff "Underground" fast schon in die Irre. Vielleicht sollte man besser von einer Parallelwelt sprechen, die die Berliner Boheme entwarf, lebte und, vor allem: kommunizierte.Das Kommunizieren hatte auch der Filmer, Musiker und Netzwerkaktivist padeluun im Sinn, als er im Januar 1981 dazu aufrief, selbstproduzierte Super8-Filme im Berliner "Café Mitropa" abzugeben. Viele Filmer folgen seinem Aufruf und padeluun ging schließlich mit 400 DM vom Sozialamt und einem neunstündigen Programm auf Tour durch die Bundesrepublik, Österreich und die Schweiz. Bis auf wenige Ausnahmen verschwanden die Filme danach in Kellern und Archiven - und wurden, wie manches dieser Zeit, zur Legende.
Bereits für den Punk! Kongress, der im September 2004 mit Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes stattfand, haben wir versucht, "Alle Macht der Super8 - Berliner Undergroundfilmer stellen sich vor" zu rekonstruieren. Bei der Recherche wurde jedoch schnell klar: So flüchtig, wie die Zeit,, war auch das Material. Wie zu erwarten, hatten die wenigsten Filmer ihr Werk ordentlich archiviert. Viele Filme sind zerstört oder verschollen und werden es wohl für immer bleiben.
Die DVD-Kompilation zeigt einen Ausschnitt, zwölf Super8-Filme aus dem Originalprogramm, sowie Knut Hoffmeisters "Deutschland". Interviews und Originaldokumente ergänzen und dokumentieren das gesamte Programm samt seiner unvermeidlichen Lücken.
Den Trailer und (noch) mehr Infos zu den einzelnen Momentaufnahmen einer Bewegung, die nie eine war, gibt es hier.
Eine zweite DVD, die unter anderem auch die Originalversion des Jörg Buttgereit-Films Mein Papi von 1981 enthält, trägt den schönen Titel
Liebevoll zusammengestellte Compilation mit Super 8 Filmen und dem Besten aus dem Berlin Underground der frühen 80er Jahre.
DVD (Super 8 movies)
01. Brand & Maschmann: E Dopo? (1981)
02. Christoph Doering: 3302- Taxi Film (1979)
03. Markgraf & Wolkenstein: Hüpfen 82 (1982)
04. Yana Yo: Sax (1983)
05. Maye & Rendschmid: Ohne Liebe gibt es keinen Tod (1980)
06. Stiletto Studio,s: Formel Super VIII (1983)
07. Walter Gramming: Hammer und Sichel (1978)
08. Georg Marioth: Morgengesänge (1984)
09. Hormel/Bühler: Geld (Malaria Clip) (1982)
10. Notorische Reflexe: Fragment Video (1983)
11. Jörg Buttgereit: Mein Papi (1981)
12. Die Tödliche Doris: Berliner Küchenmusik (1982)
13. Butzmann & Kiesel: Spanish Fly (1979)
14. Manfred Jelinski: So war das SO 36 (1984)
15. Klaus Beyer: Die Glatze (1983)
16. Markgraf & Wolkenstein: Craex Apart (1983)
17. Andrea Hillen: Gelbfieber 1982)
Special Bonus Clip:
Ika Schier: Wedding Night (1982)
Total running time 109:29
Als amuse gueule sei folgendes Kleinod von Rolf S. Wolkenstein und Horst Markgraf von 1982 gereicht, da freuet sich die Sennerin, ja wenn wir schaun schaun schaun übern Zaun, Zaun, Zaun...:
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CD
01. Mona Mur: My Lie (1982)
02. Malaria: Thrash Me (1983)
03. Die Tödliche Doris: Tanz im Quadrat (1981)
04. Christiane F: Wunderbar (1982)
05. P1/E: 49 sec. Romance (1980)
06. Mono/45 UPM: Romantic Adieu (1979)
07. Sprung aus den Wolken : Akcam La (1982)
08. Kosmonautentraum: Stolze Menschen(1981)
09. Valie Export & I. Wiener: Bananen (1980)
10. Alexander v. Borsig (Hacke): Hiroshima (1980)
11. DIN A Testbild: No repeat (1980)
12. Flucht nach Vorn: Nahost (1982)
13. Frieder Butzmann: Schmusewolle (1979)
14. Sentimentale Jugend: Wollt ihr die totale Befriedigung (1980)
15. Einstürzende Neubauten: Tanz Debil (1980)
16. MDK: Berlin (1982)
Total Time: 51 min.
Abschließend sei daraufhingewiesen, dass man die Reihe mit Filmen, die das Kurzfilmformat sprengen, fortsetzen könnte, z.B. mit dem Knut Hoffmeisters Thriller "Der Goldene Oktober" (1984) oder der Hausbesetzerkomödie von Hans-J. Koehler mit dem programmatischen Titel "Oben Scheine - Unten Steine" aus dem Jahr 1982, übrigens der einzigen ihrer Art, die bei soviel Interesse an der West-Berliner Super '80-Parallelwelt sicherlich auch eine zukünftige Würdigung verdient hätte, denn er ist Vielleicht dilettantisch, aber auf jeden Fall persönlich (Saarbrücker Zeitung). Auch die internationale Fachpresse zeigte sich einst begeistert, schließlich handelt es sich um einen Film, der den Film ad absurdum führt. Humorlose Leute fühlten sich denn auch von soviel Dilettantismus verarscht. (Tageblat Luxemburg). Wir warten also auf die kommende Super '80-Longplayer-Thriller-Box und gucken bis dahin in deinerRöhre Koehlers Berlin-Thriller von 1984:
WBln. 1984, 26Min., Farbe/S-8, Silberblick Filmprod.WBln., Regie&Idee: Ira Lankisch, Produktion/Kamera/Schnitt: Hans-J.Koehler, Darsteller: Hans U.Lankisch u.v.a.
Stadtgeschichtlich überaus interessant ist das im Ausschnitt gefilmte Kreuzberger Schleusenareal direkt an der Mauer, das sich in der hier gezeigten Ansicht nicht erhalten hat. In speziellen Schiffen wurden dort seinerzeit Frischfische in großen Behältern für die Lebensmittelabteilung des KaDeWe auf Vorrat gehalten. In unmittelbarer Nähe befand sich auch die letzte Tankstelle vor der Mauer.
swoim życiem się baw !
Wprost na spotkanie ognia leć !
Tańcz głupia, tańcz,
wielki bal sobie spraw !
To wszystko, co dziś możesz mieć...
(Tanz, blöde Kuh, tanz,
als wenn es um Dein Leben geht,
spring in den Feuerkranz.
tanz, blöde Kuh, tanz,
veranstalte einen großen Ball,
das ist alles, was Du heute haben kannst... )
- Lady Pank, Tańcz głupia, tańcz
Bevor man bei Trikont oder Zweitausendeins auf die Idee kommt, machen Gr8tracks jetzt schon einmal einen Ausflug ins Polen der '70er und '80er Jahre: Insgesamt 45 Tracks aus einer Zeit zwischen Solidarność, Johannes Paul II. und Gezegorz Lato. Mit dabei die gesungene Poesie Marek Grechutas, die Legende Maanam, die sich seinerzeit weigerten im Warschauer Kulturpalast zu Ehren der Sowjetunion aufzutreten (und damit mit einem Auftrittsverbot vom Jaruzelski-Staat geadelt wurden), der (ehemalige) Kinderstar Natalia Kukulska, deren Mutter, die in Polen überaus populäre Schlagersängerin Anna Jantar, 1980 bei einem Flugzeugabsturz auf dem Warschauer Flughafen ums Leben kam, die vermutlich erste osteuropäische Boygroup Papa Dance, Sleaze-Rocker wie Korba, Kobranocka, die einmal die Weicheier von den Toten Hosen unter den Tisch gesoffen haben, Bands wie Aya RL, Perfect, Budka Suflera und die aus diesen hervorgegangenen Lady Pank, deren Texte, die zwischen den Zeilen oft mehr kritisch als erlaubt waren, es doch schafften, immer haarscharf die Zensur zu umgehen, T. Love, die mit Autobusy i tramwaje den inoffiziellen Soundtrack dieser grauen Jahre in zweieinhalb Minuten lieferten, Klaus Mitffoch, die nach Kritikermeinung eines der besten polnischen Rockalben schufen, die Erfinder des polnischen Reggae, Mr. Zoob, oder Pop-, Synthie- und New Wave-Perlen Made in Polska von Lombard, Urszula, Izabela Trojanowska und Kombi.
Weitere Informationen gibt es hier. Das Rockarchiv ist zwar auf polnisch, aber es reicht aus zu wissen, dass Szukaj (Suche) heißt, dann findet man eigentlich alles, was man sucht.
Made in Polska Vol. 1: Autobusy i tramwaje
Tracklist:
... "Willkommen in der Pension F(ritzl)."
Da es sich mir gesträubt hat, just am zwanzigsten Todestag des österreichischen Schriftstellers Thomas Bernhard den aus den Niederungen Niederösterreichs rund um "Österreichs innovativste Gemeinde 2006" Amstetten entwachsenen Medienhypes um einen gewissen Josef F. zu thematisieren, wird das hiermit nachgeholt.
Ein Schelm, der Böses dabei denkt, haben doch prophetisch bereits vor Jahren die Wiener Proletenrocker Alkbottle aus dem 12. Gemeindebezirk Meidling dortige Polizeieinsätze heruntergespielt:
herr inspektor, des is net manhatten, sie verwechseln des in ihrer fetten
do gibts auch niemand zum retten, wir san do nur in amstetten
bei uns samma kiebera, in amerika cops, dort saufen’s whiskey, bei uns herübn schnaps
nur san wir in österreich net so human, wir saufen euch nieder und zeig’n euch dann an
doch sie hab’n a glück g’habt i hob mich verschrieb’m und hab’ darufhin in mei schreibmaschin’ g’spieb’m
Man lasse sich bei diesem Einsatz nicht täuschen, dass man nur in Amstetten sei, denn mittlerweile will die Kronenzeitung, das nach Ansichtssache österreichische Pendant zu BLÖD oder SPIEGEL in Sachen systemmanipulierender Meinungsmache, die mit ihrer objektiven Berichterstattung wesentlichen Anteil daran hatte, dass dieser Hype erst zu dem wurde, was er heute ist, nämlich ein totales mediales Phänomen, das kulturell weiter verwurstet wird, worüber sogar piefkenesische TV-Kulturmagazine nicht umherkommen zu berichten:
Jetzt hat der Wiener Theatermacher Hubsi Kramar ein Stück mit dem Titel "Pension Fritzl" angekündigt und damit für einen Skandal in Österreich gesorgt. Die Kronenzeitung löste eine Kampagne gegen das Stück aus, das noch niemand gesehen hat. "Diese Ungeheuerlichkeit auf der Bühne zu thematisieren, noch dazu von einem Selbstdarsteller wie dem Herrn Kramar, halte ich für nicht legitim", sagt Michael Jeannée von der Kronenzeitung. "Deswegen interessiert es mich auch nicht, was in diesem Stück steht. Es kann nur ein Dreck sein!"
Eine interessante Erkenntnis, ohne auch nur bisherige Ausschnitte oder Proben von dem Stück gesehen zu haben. Leider wird sich der 3. Wiener Gemeindebezirk, der den schönen Namen "Landstraße" trägt, auf einen Kurzbesuch in der Pension F(ritzl). nicht lohnen, weil skandalöser Weise die Pension mittlerweile nicht nur zur Premiere, sondern auch zu allen übrigen Veranstaltungen restlos ausgebucht ist, worauf auf der Website des 3raum-Theaters hingewiesen wird:
Pension F. ehemals PENSION FRITZL
Pension F. - durch die Entwicklungen der letzten Wochen geben wir bekannt, dass das ursprüngliche Stück mit dem Titel "Pension Fritzl" nunmehr "Pension F." heisst.
Eine Keller Soap.Im Keller unterm Teppich: Tiefer gehts nicht mehr. Einfach: Nieder-Österreich
ACHTUNG: Wiederaufnahme wegen übergroßen Andranges 15. - 18. April 19.30 Uhr
aktualisierte Fassung von "Pension Fritzl - Österreich HEUTE"
Premiere :
23. Februar um 19.30 Uhr
Vorstellungen:
25. - 28. Februar um 19.30 Uhr
Karten (18€/12€ erm.): AUSVERKAUFT!!
Pension F.
- durch die Entwicklungen der letzten Wochen geben wir bekannt, dass
das ursprüngliche Stück mit dem Titel "Pension Fritzl" nunmehr "Pension F." heisst.
Pension F.
von Hermann Fritzl und Hubsi Kramar, die aktualisierte ultimative
Mediensatire! Das 1. globale Volkstheater! Alle spielen mit, alle
spielen sich selbst!
Auf dem Blog des Co-Autors Hermann Fritzl findet sich mittlerweile ein Manifest für ein Erstes wirkliches Volkstheater, denn nach den ersten Vandalenakten muss Kramar feststellen: Die mediale Hetze beginnt zu wirken. Es wird für alle Beteiligten gefährlich.
Statt eines Kommentars zu dieser neuesten Szene der Weltkomödie Österreich ein abschließender Mallorca-Monolog von Thomas Bernhard, weil er einfach so zeitlos zu sein scheint:
Wenn das Ding nur halb so gut ist wie "Dance Sensation", dann hab ich einen neuen Lieblingsfilm...